Es war schon zwei Uhr und die andere Hälfte der Strecke lag noch vor uns. Also mussten wir uns anschaffen, doch ein paar Kilometer zu reisen. Mal wurden die Kanus zu einem Katamaran zusammengeschnürt oder Kanus heischten einander, um nicht gegen die Böschung zu fahren, wenn man wie beim Autoscooter von einem anderen Kanu – na Rammen will ich es nicht nennen – aber gehörig gestreift wurde. Das Umsetzen an den Wehren entpuppte sich doch gelegentlich als ein Abenteuer, mal verschwanden ein Teil der Gruppe in anderen Flussarmen, mal war es völlig unklar wo denn jetzt umgesetzt werden sollte. So ging es durch Gestrüpp, Hängen hinab, oder über zugewachsene Wehre und das halbe Dorf schaute zu, dass anscheinend nichts anderes zu tun hatte als die Fremdlinge zu beäugen, wie sie sich anstellten. Zu guter letzt, als wir endlich in Bronnbach angelangt waren, fanden wir keine Ausstiegsstelle - nur steile Hänge mit Brennnesseln. So dass wir fast verzweifelt den Verleiher mit Anrufen terrorisierten. Wir mussten zurückpaddeln, und die Kanus über das Wehr hieven, was wir erst mit Müh und Not hinter uns gelassen hatten. Da wurden einige ziemlich nass. Aber das Moos wieder an den Füßen zu spüren war eine echte Genugtuung. Endlich geschafft nur noch den Elektro-Kuh-Zaun überwinden und hoffen, dass das Interesse der Dickhäuter an uns nicht allzu groß ist. Umso größer war dann das Interesse an den zurückgelegten Kanus, die noch von den Kühen gesäubert wurden.
Irgendwie ist uns erst den Abend vorher, als wir den Wecker stellen wollten aufgefallen, dass wir ja verdammt früh aufstehen mussten um noch rechtzeitig am Bahnhof um 7:45 zu erscheinen. Obwohl es etwas zu früh schien, war es schlussendlich doch die richtige Zeit um – gmuatlich (wie Georg sagen würde) – am Kloster anzukommen, auch wenn wir den letzten Zug auf meiner Liste verpasst hatten, fuhr kurz vor 21:00 noch ein letzter, so dass wir kurz vor elf in Würzburg ankamen. So manche waren nach den schönen "Strapazen" des Tages und dem Schlafdefizit doch recht geschlaucht, dass so mancher im Biergarten mit glasigen Augen sein Gegenüber fixierte und die Augen schmal wurden.
Beim Tippen fällt mir noch ein, wenn ich mich mal räuspere, der Muskelkater ordentlich zu spüren ist. Und wenn ich an meine allgegenwärtige Müdigkeit von heute denke, das hat ganz schön reingehaun. Gelohnt hat es sich aber.